Sonntag, 8. Mai 2016

Kapitulation

Generalfeldmarschall Keitel unterzeichnet die Kapitulation
der Wehrmacht im Hauptquartier der roten Armee
Hallo liebe Leser (ich hoffe mal dass mehr als einer übrig ist),
hier hat sich in den letzten Wochen nicht viel getan, weil ... nun ja ... Gründe und so. Das soll sich ab sofort aber wieder ändern. Und was eignet sich besser zum Wiedereinstieg als ein Feiertagstext. Heute ist Muttertag, wie mein Kalender mir verrät. Naja, das interessiert mich nicht wirklich, interessant wird das heutige Datum durch einen anderen Umstand. Heute jährt sich die Kapitulation Deutschlands zum 70. 71. Mal. Nicht die Befreiung, wie ich noch in der Schule gelernt habe, die Kapitulation. Das einzige was ich zu dem Thema in den "Qualitätsmedien®" finden konnte war ein Text vom letzten Jahr, welcher sich mehr damit beschäftigte Altkanzler Schmidt (zurecht) wegen seiner "Wir haben von nix gewußt"-Rhetorik vorzuführen.


In den letzten Tagen gab es ja auch sonst einiges zu, ähm, feiern(?). Der Geburtstag von Sigmund Freud (das war der mit dem Ödipus-Fetisch) war Google sogar ein "Doodle" wert. Der Geburtstag vom alten Rauschebart Karl Marx (das war der mit dem Kapitalismus-Fetisch) nicht, wohl wegen Klassenfeind oder so. Da blieb man dann lieber mit ein paar Schlappen auf der sicheren Muttertagsmatte. Den Tod von Margot Honecker (wer?) hingegen berichteten alle Zeitungen mit einem guten Maß an Überheblichkeit, wie Kollege Stefan Rose bei den Fliegenden Brettern schön festgehalten hat.

Aber nochmal kurz zurück zur Kapitulation bevor ich es für heute aufgebe: Zum einen möchte ich mich Burks anschließen, der als einer der Wenigen ein paar passende Worte zum Kapitulationstag gefunden hat. Zum anderem möchte ich gerne fragen warum ein solcher Jahrestag von unserer Presse nicht zum Anlass genommen wird auf die Gefahren des Faschismus und Nationalismus hinzuweisen. In Zeiten in denen die Nadelstreifen-Nazis von der AfD zweistellige Wahlergebnisse überall in Deutschland einfahren ist mir das ein absolutes Rätsel. Warum findet sich keiner der hochbezahlten Schreiber von Zeit, FAZ & Co, der die offensichtlichen Zusammenhänge der pogromartigen Übergriffe auf Flüchtlingsheime mit dem Erstarken rechtspopulistischer Parteien (in ganz Europa übrigens) erkennen will und sich diesem Thema annimmt. Warum wird in den Medien groß und breit thematisiert wenn dem Seehofer ein Furz quersitzt, aber keine Sau interessiert es dass bald jeder zweite Deutsche sich mit Minijobs oder Leihsklaverei über Wasser halten muss, während sich die Bummsregierung die Finger in die Ohren steckt und laut "Lalala, can't hear you" schreit um sich nicht der Realität stellen zu müssen.

Dieses Verhalten ist mit die Ursache für die Erfolge der Rattenfänger von der AfD, das ist so schmerzhaft offensichtlich, dass selbst Dick und Doof in Personalunion (Siggi Gabriel) von der SPD es nicht bestreiten kann (obwohl der ja im Moment auch ganz andere Probleme zu haben scheint).

Und übrigens: Es gibt kein richtiges Leben im falschen
Bis neulich.

Kommentare:

  1. Schön, endlich wieder etwas von Dir zu lesen. Mach mal weiter, wenn es sich einrichten lässt. :-)

    Aber Du fragst Dich doch nicht wirklich - also ganz ernsthaft -, wieso die hiesige Presse heute weder die Befreiung vom Faschismus, noch die "Kapitulation" zu einem größeren Thema macht, oder?

    Liebe Grüße!

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    1. Hi Charlie,
      nee war mehr ne rhetorische Frage, gibt ja auch so viele "wichtigere" Themen mit denen die Journaille sich befassen muss ;-)

      Gruß auch

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