Donnerstag, 19. Januar 2017

Zitat des Tages

Ein weiser Spruch von einem uralten Griechen. Ich will mal eine kleine Variation der Rubrik versuchen und gebe erst die englische Übersetzung an, weil sie mir einfach vom sprachlichen her viel besser gefällt. So, here it goes:
We have been born once and there can be no second birth. For all eternity we shall no longer be. But you, although you are not master of tomorrow, are postponing your happiness. We waste away our lives in delaying, and each of us dies without having enjoyed leisure.
Ein Aphorismus, der durchaus als Lebensmotto durchgeht wie ich finde. Die deutsche Übersetzung des Spruchs die ich zuerst gefunden habe kommt mir hingegen am Anfang recht holprig vor, während sie am Ende schlicht falsch ist:
Geboren sind wir nur einmal, zweimal ist es nicht möglich, geboren zu werden. Notwendig ist es, die Ewigkeit hindurch nicht mehr zu sein. Du aber bist nicht Herr des morgigen Tages und schiebst dennoch das Erfreuliche auf. Das Leben geht unter Zaudern verloren, und jeder einzelne von uns stirbt in seiner Unrast.
Auf der vergeblichen Suche nach der lateinischen Übersetzung, von der wohl die deutsche und die englische abgeleitet sind bin ich dann noch auf diese, imho etwas bessere, Übersetzung gestoßen, die aber auch nicht wirklich den kompletten Sinn des Spruchs wiedergibt wie ich glaube:

wir sind ein einziges mal geboren...

Es geht doch nicht (nur) um den reinen Hedonismus in diesem Zitat (zumindest so wie ich die englische Version verstehe), sondern wirklich um die "Pursuit of Happiness" wie es die Amis so schön in ihrer Verfassung verewigt haben, also das tatsächliche Glücklichsein, im Gegensatz zum "erleben des Erfreulichen". Oder hab ich da was falsch verstanden? Schönes Beispiel wie wenige Unterschiede in einzelnen Wörtern den Sinn einer Übersetzung verändern können und food for thought (hoffe ich). Schönen Abend noch :-)

Mittwoch, 18. Januar 2017

Dümmer geht immer

Es ist ja eigentlich noch sehr früh im Jahr um einen Post mit "der X-te Y des Jahres 2017" zu machen, aber der Tagesspiegel legt einen dermaßen überzeugenden bescheuerten Eintrag vor, das muss einfach gewürdigt werden.

Meine Damen und Herren, ich präsentiere die blödeste Bildunterschrift des Jahres 2017:


Das Bild wurde von zahlreichen Publikationen verwendet, aber keine außer dem Tagesspiegel hat eine derart dümmliche Bildunterschrift dazu verbrochen. Auch im dazugehörigen kurzen Text müht sich der Autor redlich (aber imho vergeblich) ab mit dem Umstand das Chelsea Manning früher Bradley hieß. 
Ich bin echt kein Freund von Gendergedöns und dem ganzen SJW Scheiß, bei mir werdet ihr seltenst bis nie einem richtig "gegenderten" Text finden mit den holprigen Formulierung*innen wie sie bei taz und Co. so beliebt sind und die mir meine schöne Muttersprache kaputt zu machen versuchen. Aber der Eiertanz (pun intended) den die schreibende Zunft regelmäßig aufführt wenn sie über transsexuelle Menschen berichten ist oft einfach nur noch armselig.

Die für mich etwas archaisch anmutende Sitte der Amis einem scheidenden Präsidenten die Möglichkeit zu geben verurteilte Straftäter zu begnadigen wäre eigentlich ein Thema über das man wunderbar schreiben könnte ohne sich zum Affen zu machen. Man könnte zum Beispiel erwähnen das Gerald Ford in den Siebzigern Richard Nixon begnadigt hat und ihm so (übrigens schon bevor er rechtmäßig verurteilt war) erspart hat sich wegen der Watergate Affäre, die ihn immerhin sein Amt kostete, vor Gericht zu verantworten. Man könnte weiter berichten dass Obama bin Laden als Ausrede warum er Edward Snowden nicht begnadigt angab, dass dieser ja nicht rechtskräftig verurteilt sei und deshalb auch nicht begnadigt werden könne. Der Mann war "Verfassungsrechtler" bevor er Politiker wurde, man sollte annehmen dass ihm solche Details bekannt sind. Aber um so etwas berichten zu können müsste man mal zehn Minuten in eine Internet-Recherche investieren und nicht einfach eine Agenturmeldung umformulieren.

Lustiges Detail am Rande: Wenn man die Suchmaschine seines Vertrauens fragt wen denn Barack Obama begnadigt, dann erhält man als Ergebnis geschätzte fünfzig Ergebnisse die von der letzten "Truthahn-Begnadigung" Obamas letztes Jahr berichten, einige (sehr) wenige die von anderen Gnadengesuchen handeln und damit scheint das Thema (zumindest in den deutschsprachigen Medien) bereits erschöpfend besprochen zu sein. m(

Montag, 16. Januar 2017

Hallo ihr Lieben,

Es hat eine gewaltig lange Zeit keinen neuen Post hier gegeben. Das ändert sich hiermit schlagartig.
Bei mir hat sich privat einiges getan in den letzten Monaten und ich habe wenig Muße im Moment hier zu schreiben. Nachdem ich einen heftigen Herzkasper im Herbst hatte und mich bald aus dem Moseltal verabschiede dachte ich es wäre mal wieder Zeit euch die ein oder andere Zeile hier zu schreiben.

"ich will auch mit weg"
Aber womit anfangen wenn man so lange nichts mehr zu Papier, äh, auf den Monitor(?) gebracht hat?
Zu meinem Gesundheitszustand will ich eigentlich nix schreiben, das interessiert erstens keinen und ist zweitens laaaaaangweilig. Meine amateurhaften Renovierungsarbeiten sind auch eher nicht so sehr geeignet um lang und breit darüber zu berichten. Einen Film oder eine Serie vorstellen hab ich kein Bock drauf. Hm, was bleibt da noch? Politik und Soziales, meine eigentlichen Lieblingsthemen, würden sich wie immer anbieten. Aber das leidige Thema Hartz IV und die dazu gehörigen Sauereien unserer Volkszertreter schaffen es binnen Minuten zuverlässig mich entweder auf die Palme zu bringen oder in tiefste Depressionen zu stürzen. Naja, ich versuchs trotzdem mal.

Es hat sich ja schon einiges getan im letzten halben Jahr oder so. Zuerst vielleicht die "guten" Nachrichten: Die ALG II-Sätze sind zum 1.1. wieder um sagenhafte 5 Euronen gestiegen. Ich weiß gar nicht wie ich diesen plötzlichen Reichtum verarbeiten soll, vielleicht kaufe ich mir ein Schloss in England oder so. Das wars dann auch schon mit den guten Nachrichten. Von einer anständigen Anpassung wie sie das Bundesverfassungsgericht vor mittlerweile fast sieben Jahren von der Politik gefordert hat sind wir natürlich noch genauso weit entfernt wie im Februar 2010 als das Urteil verkündet wurde. Wir Hartzer haben nunmal keine Lobby. "Fördern und Fordern", das unheilige Motto der Hartz-Apologeten, ist immer noch nicht vom Tisch obwohl es überdeutlich ist dass dieses System nicht funktionieren kann. Kein Wunder, beschränkt sich doch das Fördern (zumindest in Trier) auf lächerlich nutzlose Kurse bei der Hartz IV Industrie, (Dekra Akademie, DAA, usw.) ihr kennt die Sozialabzocker sicher auch. Wenn man ganz viel Glück und psychische Probleme hat dann wird man vielleicht zu einem "Spezialangebot" geschickt wo es minimal professioneller zugeht. Nicht dass das irgendetwas bringen würde, aber Hauptsache der Leistungsbezieher ist erstmal aus der Statistik raus.
Egal was ihr gelernt habt, seid ihr erst einmal im ALG II Bezug dann heißt es nach einer Weile entweder Staplerschein machen und in Zukunft als Lagerhelfer arbeiten (wenn ihr männlich seid) oder Kurse zur Pflegehilfe, bzw. Haushaltshilfe (wenn ihr weiblich seid). Natürlich erst nachdem ihr den "Grundkurs EDV" absolviert habt, in dem euch wochenlang in minutiöser Kleinarbeit beigebracht wird wie man einen PC ein- und wieder ausschaltet und wie man eine Textdatei anlegt. So "gefördert" seid ihr dann bestens gewappnet für die Zukunft der prekären Arbeit. Die Männer haben es noch ein bisschen besser als die weibliche Hälfte der nutzlosen Esser, denn mit viel Glück bekommt man tatsächlich eine Stelle als Staplerfahrer bei irgendeinem SklavenhändlerZeitarbeitsunternehmen und wird dann nach einem Jahr oder so fest übernommen und kann ab dann tatsächlich vom Lohn seiner Arbeit mehr schlecht als recht leben. Die Frauen die sich als Pflegehelferinnen "ausbilden" lassen haben da nicht so ein Glück, denn davon kann man nur leben wenn man 200h+ im Monat arbeitet und am besten einen eigenen PKW hat.

Na wenn's schon mit dem Fördern nicht klappt, werden sich die Jobcenter-Minions gedacht haben, dann lass uns wenigstens ordentlich fordern. Und das tun sie auch. Ohne Rücksicht auf Verluste und Gesetze. Wen juckt schon ob so ein Hungerleider krank ist oder vielleicht gar nicht versteht was die ihm zuschicken. Oder ob man sich schon zum dritten Mal bei ein und demselben SklavenhändlerZeitarbeitsunternehmen bewirbt. Hauptsache sanktioniert. Man kann echt nicht so viel essen wie man kotzen möchte.

Brr, jetzt rege ich mich doch schon wieder auf und dabei hat mein Kardiologe gesagt dass das Gift für mich sei. Okay, Themawechsel. Was ging denn sonst noch so ab in den letzten Monaten? Der TrollPopulist Trump ist tatsächlich zum POTUS gewählt worden, was einerseits zeigt wie dämlich ein großer Teil der US-amerikanischen Wahlberechtigten sind und andererseits dass so eine protofaschistische Jauchegrube wie die AFD eine ernstzunehmende Gefahr sind auch für unsere "Demokratie" (wenn man es denn noch so nennen will was die hier abziehen) und damit auch alle humanistisch denkenden Menschen in Deutschland. Hmm, das Thema ist auch nicht geeignet meine Laune zu heben. Mal gucken was es abseits des Mainstream so gibt? Och nee du, lass mal gut sein, was interessiert es mich ob ein Herr Tichy einen Shitstorm über sich ergehen lassen muss weil er faschistoide Texte auf seiner komischen Homepage verbreitet. Da guck ich mir doch lieber den FNORD-Jahresrückblick von Fefe und Frank nochmal an, da hab ich wenigstens was zu lachen, auch wenn's nur Galgenhumor ist. Wie sagte schon der große Philosoph Otto Waalkes in einem ganz anderen Zusammenhang: "Tumor ist wenn man trotzdem lacht".
In diesem Sinne: Narhalla Marsch!

P.S.: In Zukunft werde ich (hoffentlich) wieder öfter posten, ihr könnt also ruhig wieder regelmäßig vorbeigucken :-)

Dienstag, 23. August 2016

Hello, Friend

Lange habe ich keine TV-Serie mehr besprochen, weil ich auch lange nichts gefunden habe wo sich ein Review gelohnt hätte. Dann ist vor einigen Wochen die zweite Staffel einer (für mich) überraschend guten Serie über einen Hacker angelaufen, die mich dazu veranlasst hat mir die erste Staffel noch einmal anzugucken. Dabei stieß ich auf so viele kleine Details, die mir beim ersten Ansehen entgangen waren, dass ich den zweiten Durchlauf fast noch mehr genoss als den Ersten.
Es handelt sich um Mr. Robot.

Es geht in dieser Show von Sam Esmail um Elliot Alderson der, oberflächlich betrachtet, der typische Nerd zu sein scheint. Ein unscheinbarer Typ mit sozialen Anpassungsschwierigkeiten, der als Hobby und Ersatz für soziale Nähe seine gesamte nähere Umgebung hackt um so ein wenig an deren Leben teilhaben zu können, ohne sich selbst in die Gefahr eines direkten Umgangs mit seinen Mitmenschen zu begeben. In der Ersten Episode wird man gleich mit einem Bruch der vierten Wand begrüßt, den ich so in einer Fernsehserie auch noch nicht gesehen habe. Der Hauptcharakter Elliot begrüßt mich mit Hello, Friend und erklärt mir, das ich sein eingebildeter Freund sei und überlegt, ob er mir einen Namen geben soll. Dann erzählt er, dass er ein Geheimnis kennt, eine Verschwörung größer als alles andere. Das wir alle heimlich beherrscht werden von einer elitären Gruppe, den top 1% of the top 1%. Und die sind nun hinter ihm her, glaubt er.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Zurück ausm Urlaub

War schon schön: Urlaubsidylle in BW
Meine Güte, wie die Zeit verfliegt. Schon wieder vier Wochen seit meinem letzten Post hier. Die EM ist, Eris und Urlaub sei Dank, fast spurlos an mir vorbeigegangen. Und wie man es nicht anders erwartet hat, wurde im Schatten dieses "weltbewegenden" Ereignisses wieder die eine oder andere Sauerei an der Bevölkerung vorbei beschlossen. Will ich mich hier gar nicht weiter drüber auslassen, alter Hut. Überhaupt hat sich natürlich nichts verändert seit ich mich das letzte Mal mit dem Weltgeschehen etwas eingehender befasst habe. Die Schrauben werden unmerklich (zumindest für den kümmerlichen Rest der Mittelschicht unmerklich, die Fallengelassenen und die Abgehängten merken jede Vierteldrehung schmerzhaft am eigenen Rückgrat) fester angezogen und die Typen mit dem Schraubenschlüssel sind und bleiben immer noch dieselben.

Montag, 13. Juni 2016

New day, same shit

Vorneweg: Mein Beileid allen Angehörigen und Freunden der Opfer des Anschlags und ich entschuldige mich schon jetzt dafür dass ich ihre Trauer und ihren Verlust nun auch noch für meinen kleinen Blog hier instrumentalisiere. Aber wie sagte schon der Weise St. Haumichtot: "Wenn alle von der Brücke springen..." usw.

Normalerweise halte ich mich bei Katastrophen und Terrorakten mit dem posten zurück und gebe, wenn überhaupt, erst dann meinen Senf zu solchen Ereignissen hinzu wenn sich ein halbwegs vollständiges Bild der Lage ergibt. Heute möchte ich mit dieser Gewohnheit wieder brechen, weil sich schon Stunden nach der Tat die Absurditäten häufen. Angesichts von so vielen Toten und Verletzten finde ich die Frage ob es sich um einen "gewöhnlichen" Amokläufer gehandelt hat, oder um einen "Selbstmordattentäter", womöglich im Auftrag von ISIS, bestenfalls fehlplatziert.

Montag, 6. Juni 2016

Gullivers Reisen und Münchhausens Abenteuer

ArbeitsAsozialministerin Andrea Nahles arbeitet mit Hochdruck am "Projekt 18" für die Verräterpartei. Bleibt zu hoffen dass sie und ihre Parteikumpane damit ähnlich erfolgreich sind wie seinerzeit der Westerwelle bei der FDP. Neben den euphemistisch als Rechtsvereinfachung bezeichneten Verschärfungen der Repressionen beim Hartz-Terror (Stichwort Kürzung der Leistungen von Alleinerziehenden wenn das Kind sich tageweise beim anderen Elternteil aufhält) soll weiteres Unrecht geschaffen werden indem man uns der Möglichkeit einer nachträglichen Überprüfung fehlerhafter Bescheide berauben will. Wo kämen wir da auch hin wenn die Hungerleider sich auch noch wehren könnten gegen die unmenschliche Behandlung durch die Jobcenter-Schergen.

Dienstag, 31. Mai 2016

Monkey Business

Vor kurzem bin ich im Internet über folgendes Bild gestolpert, welches ein Verhaltensexperiment mit Primaten illustriert:


Ein schönes Beispiel für Gruppenzwang und die Art wie sich (teils völlig sinnfreie oder gar schädliche) Traditionen ewig fortsetzen können, obwohl kein Mensch mehr weiß woher sie stammen und wofür sie gut sind. Was mich ein wenig störte war das letzte Panel des kleinen Comics. Wenn man sich an den Ratschlag dort hält, dann tut man ja im Prinzip nichts anderes als die Äffchen im Experiment, dachte ich mir. Man perpetuiert ein Verhalten ohne so genau zu wissen warum man das eigentlich tut (ganz davon abgesehen, dass ich keine S/M-Seiten nutze und das ich die Geschichte jetzt trotzdem mit euch teile ;-) ).

Sonntag, 22. Mai 2016

Beautiful decay

Ein paar Schnappschüsse von einer alten Bunkeranlage über die wir gestern beim spazieren gehen buchstäblich gestolpert sind:


Donnerstag, 19. Mai 2016

Eskapismus der Woche: The Fountain

Gestern Abend war mir nach Film gucken. Genauer gesagt: mir war nach Science Fiction. Drei Filme hatte ich mir ausgesucht. Als erstes habe ich Pandorum (2009) geguckt, ein Film mit Ben Foster und Dennis Quaid, der so eine Mischung aus The Descent, Event Horizon und Alien ist. Eine gute Mischung mit einem netten Twist am Ende, aber jetzt nicht so gut dass es mich treiben würde ein Review zu schreiben. Beendet habe ich den Abend mit dem Unterwasser-Thriller Sphere (1998) mit Dustin Hofman, Sharon Stone und Samuel L. Jackson nach dem Buch von Michael Crichton. Im direkten Vergleich mit dem großartigen The Fountain (2006) mit Hugh Jackman und Rachel Weisz in den Hauptrollen, den ich als zweites geguckt habe, hat mich Sphere etwas enttäuscht obwohl er an und für sich auch kein schlechter Film ist. Kommen wir also zum Grund für diesen Post: