Donnerstag, 2. Juli 2015

Mal was Positives

Ein Bekannter meinte mal "Das ist ja alles schön und gut mit deinem Blog, aber das worüber du schreibst ist ja, abgesehen von dem Game- und Fernsehzeugs alles so negativ". Nun, Recht hat er. Das liegt daran, dass in Europa und der Welt im Moment nicht besonders viel Positives passiert, über das man schreiben kann. Was will man schon Positives schreiben über Politclowns wie Merkel, Schäuble, Gabriel & Co.? Mir ist da in den letzten Jahren nicht wirklich etwas aufgefallen was diese Hampelmänner nicht glorreich versaut hätten. Und damit nicht genug; alle etablierten Parteien und Politiker in Deutschland sind in meinen Augen der reine Abschaum (fun fact: das ist der einzige Schnittpunkt von mir und Pegida). Es wird seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, über die Köpfe des Volkes hinweg eine Politik betrieben die man nur als verabscheuungswürdig bezeichnen kann. Ich will hier gar nicht ins Detail gehen, der geneigte Leser wird sich schon denken können was gemeint ist.

Dieser und der Spruch mit der Dummheit erklären den deutsche Wähler

Und anstatt das unfähige Pack abzuwählen oder gleich in die Wüste zu schicken, macht der deutsche Michel (den man eigentlich schon längst in "der deutsche Zombie" hätte umtaufen müssen) brav alle vier Jahre sein Kreuzchen wieder bei einer der Blockparteien von CxUFSPDGrünen.

In der Weltpolitik sieht es im Allgemeinen auch nicht besser aus. Obama war -erwartungsgemäß- eine Nullnummer in der Richtung, im Nahen Osten hat sich auch nicht wirklich was zum Besseren geändert. Die diversen Demokratisierungs- bzw. Befreiungsbewegungen des arabischen Frühlings sind fast alle genauso grandios und schnell gescheitert wie sie entstanden sind. In vielen der arabischen Staaten hat sich in der Folge des arabischen Frühlings ein System etabliert dass sich auf Scharia-Recht beruft. Das kann man auch beim besten Willen nicht als Fortschritt betrachten. Dann sind da noch die diversen Baustellen vor unserer europäischen Haustür, Syrien, die Ukraine. Oder knapp dahinter - Griechenland, wissenschon. Und in Spanien schafft die Regierung mal eben praktisch das Demonstrationsrecht und die Pressefreiheit ab, um das weitere Erstarken von Bewegungen wie den Indignados zu unterdrücken.

Aus China und dem Rest von Fernost hört man auch nichts Gutes (nur dass der Chinese seit gefühlt 40 Jahren in 5 Jahren die größte Wirtschaftsmacht sein wird), der Putin ist auch nicht gerade ein leuchtendes Vorbild, was progressive Politik angeht, auch wenn er nicht das kinderfressende Monster ist, als das er von den westlichen Medien dargestellt wird. Ach ja, wo wir gerade bei den Medien sind, in Deutschland weint sich der sogenannte Qualitätsjournalismus in den Schlaf, weil niemand mehr Vertrauen in ihn hat *Schnief*, während uns die öffentlich-rechten Sender frech ins Gesicht lügen ohne dabei auch nur im Mindesten rot zu werden.

Regierungschef Tony Abbott (li.)
und sein Wirtschaftsminister
Was bleibt? Australien vielleicht? Und tatsächlich, ein winzigster Lichtblick am grau-braunen Himmel der Weltpolitik tut sich da gerade auf. Der dortige Regierungschef Tony Abbott & Costello ist von seiner strunzdoofen "Klimaskepsis" (der Euphemismus für "ich bin zu blöd das zu verstehen, darum glaub ich nicht daran") teilweise geheilt und bekommt im Moment ordentlich Druck (ausgerechnet) vom dortigen Industrie- und Unternehmer-Verband, eine bessere Klimaschutz-Gesetzgebung zu veranlassen. Aber als wirklich positiv lasse ich das erst durchgehen, wenn diese großartige kognitive Leistung von Herrn Abbott auch Früchte trägt. Ansonsten muss ich feststellen: Die Welt ist im Großen und Ganzen am Arsch und mit der aktuellen Generation von Politikern wird sich daran auch nichts ändern.

Meiner Meinung nach könnte man sämtliche Politiker weltweit auf der Arche B zusammen mit den Versicherungsvertretern und Telefondesinfizierern entsorgen, damit wäre der Menschheit ein Riesendienst erwiesen. Und ein Großteil der sogenannten vierten Gewalt am besten gleich mit dazu. Gut, vielleicht sehe ich ein wenig zu schwarz im Moment, aber man verzeihe mir das, meine Laune ist nicht die allerbeste, ich war heute Mittag zum zweiten Mal diese Woche beim Zahnfoltererarzt und mir schmerzt ziemlich die Kauleiste.

Trotz alledem gibt es hin und wieder einmal Fundstücke, die mir ein Iota an Glauben an die Menschheit bewahren. Womit ich dann schließlich und endlich zum Positiven komme, über das ich mir eigentlich vorgenommen hatte zu schreiben. Man muss schon sehr genau hingucken, oder besser a metric fuck-ton of data (auf gut deutsch: nen ganzen Arsch voll Daten) zusammentragen um es zu sehen, aber im Großen und Ganzen wurde es auf der Welt nicht unbedingt schlimmer. Über Fefe bin ich auf diese tolle Seite gestoßen. Dort hat ein gewisser Max Roser einige tolle Präsentationen erstellt, die zeigen dass eben doch nicht alles auf der Welt nur doom & gloom ist. Wer sich auch nur im mindesten für Statistik und deren anschauliche Visualisierung begeistern kann, kann auf dieser Webseite eine ganze Weile lang seinen Spaß haben.Wenn man sich also das big picture anguckt, schlagen wir alle uns eigentlich gar nicht so schlecht in diesem Affenzirkus. Das ändert zwar überhaupt nichts an den oben gemachten Feststellungen (besonders das mit der Arche-B halte ich für eine hervorragende Idee), hebt meine Laune aber immerhin wieder soweit an, dass ich mir nicht mehr gleich die Kugel geben möchte.
Einen kleinen Lichtblick gibt's immer

Kommentare:

  1. Ich möchte ja nicht immer bloß meckern ... aber die Seite, die Du da verlinkt hast, besteht doch zum größten Teil aus statistischem Bockmist, der wenig bis nichts über die tatsächliche Situation der jeweiligen Bevölkerungsmehrheit aussagt. Ich empfehle dazu das Büchlein "Lügen mit Zahlen. Wie wir mit Statistiken manipuliert werden" des Mathematik-Professors Gerd Bosbach.

    Die Grafiken insbesondere zur "Lebensqualität" und zur Armut stellen auch bei Max Roser lediglich die Durchschnittswerte, die zudem allesamt aus "offziellen" (also durchaus zu hinterfragenden) Quellen stammen, dar, die aber keine Aussage darüber zulassen, wie es nun um die Mehrheit einer bestimmten Bevölkerung bestellt ist. Wenn beispielsweise in einem Land mit einer Million Einwohnern auch nur ein einziger Billionär ist und alle übrigen nichts haben, geht es dem Land "statistisch" relativ gut, auch wenn das mit der tatsächlichen Lage nichts zu tun hat.

    Ich muss Dein Fazit leider - so ungern ich das auch tue - daher korrigieren: Im Großen und Ganzen wird es auf dieser Welt immer schlimmer - irgendwelche Anzeichen für eine Besserung sind nirgends zu entdecken, stattdessen öffnet sich die Schere zwischen immer weniger Superreichen und immer mehr Mittellosen unaufhörlich, während die so genannte "Mittelschicht" auch im "reichen Westen" zunehmend verarmt und aufgelöst wird. Darüber können auch keine bunten Bildchen hinwegtäuschen, die ein lächerliches Zerrbild einer "zunehmend wohlhabenden" Gesellschaft kolportieren, das direkt der kapitalistischen Propaganda entsprungen zu sein scheint.

    Nimm mir diese Kritik bitte nicht übel - ich finde es extrem wichtig, dass diese neoliberalen Märchen, die sich insbesondere in den vergangenen 20 Jahren als dummdreiste, immer wieder "statistisch untermauerte" Lügen erwiesen haben, als solche erkannt und benannt werden. Das Buch von Bosbach und Korff ist eine wichtige Lektüre, die dabei hilft, diesen schamlosen Betrügereien auf die Schliche zu kommen.

    Liebe Grüße!

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    1. Cpt. Buzzkill mal wieder, nich mal die kleinste Freude kannst du einem lassen :-D
      Ich haette vielleicht noch dazu schreiben sollen, dass man natuerlich mit Statistiken alles beweisen kann was man will und dass es schon traurig genug ist, dass man die Fortschritte nur noch im Vergleich mit frueheren Zivilisationen erkennen kann, aber es ist verdammt heiss hier im Westen und meine Betaeubung liess waehrend dem Schreiben nach, ich wollte nur noch zum Schluss kommen weil mir die Fresse gepocht hat wie Sau :-)
      Ausserdem hab ich mich auch hauptsaechlich auf die Praesentation zur Entwicklung der Staatssysteme und der Weltgesundheit bezogen und da sind bei allem berechtigten Pessimismus in den letzten paar Tausend Jahren doch gewisse Fortschritte nicht zu leugnen.
      Man wird halt bescheiden in den Anspruechen ;-)

      Gruss auch.

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    2. P.S. Danke fuer den Buchtipp, habs mir auf die Leseliste gesetzt :-)

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