Sonntag, 18. Oktober 2015

in eigener Sache

Hallo ihr,

im Zuge meines letzten Posts und den Comments dazu ist mir aufgefallen, dass ich im Blog überhaupt keine direkte Kontaktmöglichkeit mit meiner Wenigkeit hatte. Dies habe ich eben nachgeholt (erstmal nur per Standard Kontaktformular, mal gucken ob das reicht, ansonsten werde ich mir wohl doch mal Gedanken über PGP und so machen müssen) und dabei gleich die Blogroll und meine Linkliste etwas angepasst, bzw. aktualisiert. Rausgeflogen ist keiner, aber ein paar sind dazugekommen (Vielfalt und so, wissenschon).
Dazu möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass eine Verlinkung in meiner Blogroll nicht heisst, dass ich mit der Meinung der Kollegen immer konform gehe, im Gegenteil. Gerade Blogger wie Roberto oder der Kiezneurotiker (nur als Beispiel, gilt auch für alle anderen Blogs in der Blogroll) bringen mich mit manchen ihrer Beiträge auf die Palme. Aber das regt zum Denken an und ist gut für den Blutdruck, oder so.

Nebenher habe ich auch die Links aus den Comments des letzten Posts mal angeguckt und besonders der Abschiedspost von Ms. Mop inklusive der Kommentare war eine sehr erhellende, wenn auch ernüchternde, Lektüre (ich hatte das damals so am Rande mitbekommen, aber die Diskussion nicht wirklich verfolgt). Ich bin ja immer noch der Meinung da geht noch was, aber so naiv einfach wie ich mir das ursprünglich gedacht hatte wird das wohl nix. Und ich muss mir auch an die eigene Nase fassen, da ich beim Blogs lesen auch eher der Typ Lurker bin und mir im stillen Kämmerlein meine Gedanken zu den Texten mache. Das liegt zum Teil daran dass ich als eher "bildungsferner" Unterschichts-Blogger (wenn ich das mal so grob sagen darf) oft das Gefühl habe nichts von Wert zur Diskussion beitragen zu können.
Aber ich habe mir vorgenommen meine -äh- rhetorischen Unzulänglichkeiten in Zukunft öfter mal einfach zu vergessen und mich mehr in die Bloggergemeinschaft einzubringen.

So, das war mein Wort zum Sonntag, ich geh jetzt erst einmal bisschen zocken. Man liest sich.

Kommentare:

  1. Unterschichts-Blogger. Tss. Für wen sollte denn eine wie auch immer geartete linke bewegung da sein? Für den herrn professor doktor allein oder vielleicht doch eher für alle?

    Der begriff »lurker« ist aus meiner sicht extrem negativ belegt. Einer, der in bloggs liest und sich zu den texten seine gedanken macht, ist im gegensatz dazu einfach ein leser, auch wenn er nichts dazu sagt. Manchmal würde ich mir wünschen, die leute würden mehr lesen und weniger schreiben. Man muß nicht zu allem was sagen.

    Warum schreibst Du hin, daß Du nicht mit allen in Deiner blogroll konform gehst? Kann ich selbst beantworten, weil manche das (fast) so sehen, daß verlinkung so etwas wie zustimmung sei.

    Ist es nicht.

    Ein problem der bloggerei ist, daß meist nicht sach- sondern personenbezogen diskutiert wird und das bringt nichts. Das ist wie klatsch und tratsch in der Superillu. Man findet halt die leute blöde, die eine blöde auffassung haben, anstatt zu sagen, was genau eigentlich daran blöde ist und mit ihnen über ihre blöde auffassung zu diskutieren.

    Ich glaube, beiträge, die einen auf die palme bringen, sollte man besser nicht kommentieren, bis man von der palme wieder runter ist. Oft ist es dann gar nicht mehr dringend, dazu noch was zu schreiben. Spart man sehr viel zeit. Geht mir zumindest häufig so.

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    1. Ja Unterschichts-Blogger, tiefer unten als ich geht kaum (zumindest nicht mit Internet). Und wenn die mich nich mitspielen lassen mach ich mir halt meine eigene linke Bewegung, mit Black-Jack und Nutten. ;-) (obscure references FTW)

      Aber im Ernst, es ist tatsächlich so dass ich mir oft ziemlich allein auf weiter Flur vorkomme hier unter all den hochgebildeten "Edel-Bloggern". Das ist einer der Gründe, warum es mir Spaß macht mein kleines Eckchen hier im Netz zu betreiben. Weil ich finde, dass der "Michel" in der (linken) Bloggerszene sträflich unterrepräsentiert ist. Und auch wenn ich das ein oder andere Mal vielleicht Arsch voran ins Fettnäpfchen stolpere, ich schreibe weiter.

      Und ja, wenn man sich zu sehr aufregt sollte man die Finger von der Tastatur lassen, das gibt nur unnötig Streit und führt zu nix. Darum habe ich auch schon über so manches Thema keinen Post geschrieben obwohl es mich interessiert hätte und ich auch eine Meinung dazu hatte. Wenn man dann eine Nacht darüber geschlafen hat ist es plötzlich gar nicht mehr so wichtig...

      LG

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    2. Von wegen "Edel-Blogger". Das ist auch oft nur heiße Luft, was da raus kommt ;-)

      Lass Dich nicht davon entmutigen.

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    3. Auf keinen Fall! Das spornt mich eher noch mehr an :-)

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    4. @ Hubert,

      laß’ Dich doch nicht einschüchtern von der (angeblichen) »hochbildung« irgendwelcher leute!

      Was meinst Du mit dem »Michel«, der unterrepräsentiert sei?

      Im übrigen ist der name meines blogs ein relikt aus vergangener zeit. Damals wollte ich ein öffentliches tagebuch über meinen 1€job schreiben, um die machenschaften und sauereien, die da liefen öffentlich zu machen. Nur stellte ich recht schnell fest, daß dergleichen schon massenhaft im internet zu finden war, weshalb ich mir überlegte, die froschperspektive zu verlassen und nicht über mein eigenes elend zu schreiben, sondern die gesellschaftliche lage zu betrachten.

      Sich allein vorzukommen, gehört zur bloggerei. Es ist allein Deine entscheidung, ob Du texte schreiben magst, die anderen zusagen, um zustimmung zu bekommen oder ob Du es in kauf nimmst, Dich unbeliebt zu machen. Für mich kommt letzteres eher in frage.

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    5. @ MT

      Zumal Du das nun ausgerechnet in den faden unter meinen beitrag schreibst, soll ich mich wohl angesprochen fühlen. Sofern Du mich nicht als »edel-blogger« betrachtest, kann ich extrem gut damit leben, ich tu’ das nämlich auch nicht. Warum auch?

      Deine kritik »oft nur heiße luft« ist allerdings ein bisserl dünn, da mußt Du schon konkreter werden, was Du meinst.

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    6. Mit dem Michel meinte ich quasi den "kleinen Mann", also Leute wie ich, die sich nicht unbedingt über das für und wider einzelner Spielarten linker Weltanschauung unterhalten wollen, sondern einfach nur ein Outlet für ihre Sorgen und Nöte im Kap. suchen. Vielleicht ein wenig unglücklich gewählt, der Begriff. Ich muss mir angewöhnen mich eindeutiger auszudrücken. Jedenfalls nahm ich die linke Bloggerszene als einen, trotz aller Streitereien und Animositäten, relativ homogenen Haufen wahr und denke dass ein -hm- etwas bodenständigerer Ansatz da fehlte. Und den versuche ich zu liefern so gut ich kann.

      Mein anfänglicher Gedanke beim eröffnen des Blogs war ähnlich wie deiner, nur das ich mir auch eine Art therapeutischen Effekt vom Schreiben versprach, was zu der Zeit sehr nötig war und eigtl. immer noch ist. Ich glaube das "die Froschperspektive verlassen" passiert fast automatisch wenn man sieht, dass die eigenen Probleme tatsächlich Teil der gesellschaftlichen Situation sind in der wir uns befinden. Wobei ich schon noch mehr über meine eigenen Erlebnisse berichten werde, es gibt noch so viel was da gesagt werden muss bevor ich mich endgültig dem "big picture" widmen kann (oder vielleicht auch nicht, wer weiß was die Zukunft bringt).

      Ich denke schreiben, egal in welcher Form, ist immer eine recht einsame Arbeit, aber das empfinde ich als alter Einzelkämpfer eigentlich als recht angenehm. :-) Und ob ich jetzt Zustimmung suche oder auf Konfrontation aus bin kommt aufs Thema an. Ich freu' mir zwar immer ein Loch ins Bein wenn ich Zustimmung bekomme, aber das heisst nicht dass ich darauf aus wäre. Ich betreibe das Blog als Ventil. Wie meine Beiträge aufgefasst werden und ob daraus evtl Konflikte/Diskussionen entstehen, darüber mache ich mir eigentlich keine Gedanken.

      Andererseits ist die eigene Unsicherheit dann doch groß genug, dass ich mich ständig frage ob ich mich mit einem Post jetzt zum Affen mache. Und einige Themen lasse ich auch lieber aus, weil ich das Gefühl habe einfach zu wenig zu wissen um einen sinnvollen Beitrag zu leisten. Ich könnte dir da jetzt eine riesige wall-of-text hochziehen zum Thema Unsicherheit und Minderwertigkeitskomplexe, aber ich denke du verstehst worauf ich hinaus will :-)

      schöne Restnacht noch

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    7. Btw, ich glaube nicht dass MT dich mit seiner Kritik direkt ansprechen wollte. Das Kommentarsystem von Blogspot ist einfach nur extrem Scheiße.

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  2. Dazu möchte ich meinen Senf ebenfalls beisteuern, gerade was die Bildung betrifft. Diese steht nämlich keineswegs zwingend mit der schulischen oder auch akademischen Ausbildung in Zusammenhang - es gibt mindestens genauso viele Idioten mit Abitur oder Uni-Abschluss wie es Idioten ohne solche Bescheinigungen gibt. Der Umkehrschluss trifft natürlich gleichermaßen zu.

    Deine bisherigen Beiträge sind mir persönlich nun gewiss nicht als "bildungsfern" aufgefallen - insofern verstehe ich nicht so recht, worauf Du mit Deiner Bemerkung vom "Unterschichts-Blogger" eigentlich hinaus willst. Auch die abgrenzende Bezeichnung "Edel-Blogs" stößt mir sauer auf und ich bitte Dich, vielleicht noch etwas näher zu erklären, wen oder was Du damit genau meinst und welche Gedankengänge Dich zu dieser unschönen Formulierung geführt haben.

    Ich selbst kenne den Vorwurf des "Elitären" ja auch, der stets dann aufkommt, wenn ich wieder einmal durch kritische Bemerkungen jemandem auf den Schlips getreten bin - allerdings ziehe ich mir den lächerlichen Schuh schlichtweg nicht an, da ich Kritik - gerade auch in und an den "eigenen Reihen" - für essenziell halte, um nicht in verkrusteten und sich gegenseitig bestätigenden Denkmustern zu erstarren.

    Diese Gedanken bezüglich der "Schichten" solltest Du dir nach meiner bescheidenen Meinung schnellstens wieder abgewöhnen - "Schichten" gibt es nur im Kapitalismus, und den - da sind wir uns doch hoffentlich alle einig - wollen wir nicht mehr. Also fangen wir doch in Kleinbloggersdorf damit an, sie endlich abzuschaffen. :-)

    Solidarische Grüße!

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    1. Nun, das mit dem Unterschichtsblogger war auch nicht so ernst gemeint wie es wohl rüber kam. Ich gehe da eigentlich ganz mit dir d'accord, Schichten und Klassen gehören abgeschafft. Der Gedanke war halt quasi sich den abfälligen Begriff Unterschicht zu Eigen zu machen, ähnlich wie das die LGBT-Community mit dem Begriff schwul gemacht hat. War wohl'n Griff ins Klo weil es keiner so aufgefasst hat wie es gedacht war. :-)

      Und mit Edel-Bloggern meinte ich eher so Läden wie zetbe den Spiegelfechter, die eine große Reichweite haben, mit ihren Blogs kommerzielle Interessen verfolgen (Werbung schalten und Kapitalismuskritik vertragen sich IMHO nicht so gut, aber mir is auch klar dass die ja von irgendwas leben müssen. bin da bißchen hin- und her gerissen) und sich ihren Kommentatoren gegenüber verhalten als würden ihre Ausscheidungen nach Rosen riechen. Ad-Sinistram würde ich auch dazu zählen, aber aus anderen Gründen. Dein Blog oder selbst Feynsinn würde ich da nie dazu rechnen, obwohl mir gerade bei Flatter beim Kommentare lesen auch oft die Fragezeichen über dem Kopf schweben und der Ton zwischen den einzelnen Kommentatoren mir auch manchmal recht... ja, arrogant vorkommt, aber da bin ich vielleicht auch einfach zu empfindlich.

      Hoffe ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen :-)
      LG

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    2. @ Hubert: Was feynsinn bzw. seine Kommentatoren betrifft, hast Du hier einmal mehr den Nagel schmerzhaft auf den Kopf getroffen - ich erwarte jetzt auch in dieser Hinsicht noch viel mehr von Dir. :-) Es ist mehr als erfrischend, solche klaren Worte zu lesen, während ich Depp immer noch zwanghaft einzuordnen versuche, in welchen merkwürdigen, pastellfarbenen Paralleluniversen sich einige der dortigen KommentatorInnen bewegen mögen ...

      Genau diese klaren Worte sind es, an denen es im linken Kleinbloggersdorf so mangelt. Mehr davon, bitte! :-)

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  3. Hallo Hubert, hallo Mechthild. Ich meinte nicht Deinen Blog, Mechthild, sondern wollte Hubert einfach nur Mut zusprechen. Habe eigentlich auf seinen Post geantwortet, das funktioniert hier aber nicht so richtig. Deswegen erschien mein Kommentar als Antwort auf Deinen Post, war aber gar nicht an Dich gerichtet :-).

    Ich sollte mir vielleicht einen anderen Nickname zu legen, weil ich oft fälschlicherweise als männlich eingestuft werde, bin aber weiblich :-)

    Charlie hat Recht, diese ganzen "Klassenunterschiede" führen zu nichts und Bildung hat nichts mit formalen Abschlüssen zu tun. Mach also weiter so. Lg

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  4. bin ich froh dass das geklärt ist ....
    freu mich auf den nächsten blog
    LG

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